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Bildquelle:
Stadt Mindelheim

Roben, Schmuck, Gemälde, Fächer, Stickereien und Spitzen erwarten die Besucher

Ein Besuch des neuen Textilmuseums „Mode. Kunst. Handwerk“ in Mindelheim, das am 1. Juli 2016 in den Museen im Colleg wieder eröffnet wurde, ist wie das Eintauchen in eine andere Sphäre. Umgeben von traumhaften Roben, modischen Accessoires, Schmuck, Gemälden, Fächern, Stickereien und zarten Spitzen erinnert die Präsentation an üppig ausgestattete Filme oder Inszenierungen von Märchen. 

Entlang des 35 Meter langen Flures reihen sich in den Vitrinen prachtvolle Roben, Kleider für Alltag und Feste, gewagte hauchdünne Kleidchen der aufregenden 20er Jahre des 20. Jahrhunderts sowie die psychedelischen Outfits der 1970er Jahre. Wie auf einer Zeitreise führt dieser Weg von der Zeit um 1750 bis fast in die unmittelbare Gegenwart. Dabei scheinen die Figurinen mit Personen jener fernen oder näheren Zeiten im Gespräch zu stehen, die in voller Lebensgröße aus den Hintergründen her-vortreten.

In reicher Fülle begegnen den Besuchern schmetterlingszarte, bunte Fächer, die seit dem 16. Jahrhundert eine immer wichtigere Rolle in der Damenmode und im gesellschaftlichen Umgang gespielt haben. Diese kostbaren Objekte aus Elfenbein, Perlmutt, Holz oder Spitzen erzählen vielfach in feinster Malerei Geschichten aus dem höfischen Leben. Eine eigene Fächersprache entstand im 18. Jahrhundert, die man mit Hilfe erklärender Fotos und eines Spiegels auch selbst erlernen kann.

Mehrere Räume zeigen, welche unglaublichen Leistungen im Bereich der Stickerei und der Spitzen hervorgebracht wurden. Gestickte Bilder in sogenannter Nadelmalerei konkurrieren mit Gemälden; unentwirrbare Ornamente in Weiß- und Goldstickerei überziehen Stoffe in komplizierten Formen, so dass es eine wahre Augenlust ist, in diese reichen Dekore einzutauchen.

Daneben schlagen die feinen Gespinste der Spitzen die Betrachter in ihren Bann. Angesichts solcher Kunstfertigkeit und Eleganz verwundert es nicht, dass jahrhundertelang Spitzen in ihrer Wertschätzung kostbarem Schmuck gleichgestellt waren. Im kleinen Festsaal eröffnen abschließend großformatige Bildteppiche Einblicke in bibli-sche und mythische Welten.

Aufschlussreiche Texte geben stets die nötigen Informationen zu den jeweiligen Epo-chen und Objekten. Die meist komplizierten textilen Techniken werden anschaulich erklärt und man kann sich sogar selbst darin versuchen.

Das Museum ist täglich außer Montag von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet.

Museen im Jesuitenkolleg in der Hermelestraße 4 in Mindelheim

Kontakt:

Kulturamt Mindelheim
Hermelestraße 4
87719 Mindelheim

Tel. 08261-90976-0
Fax: 08261-90976-50
Mail: kulturamt@mindelheim.de
www.mindelheimer-museen.de