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Mittwoch
10.03.2010
 
 


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Mindelheims wechselvolle Stadtgeschichte | Drucken |

Eng verbunden ist die Geschichte der Stadt mit dem Rittergeschlecht derer von Frundsberg. Doch nicht nur die Frundsberg prägten die Stadt, auch andere Herren, die auf der Mindelburg residierten sowie Klöster und Bürger drückten Mindelheim ihren Stempel auf. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1046. Frühere Spuren einer Besiedlung sind zwar vorhanden, verlieren sich aber im Dunkel der Geschichte. 1277 erscheint Mindelheim als Civitas, als Stadt, die eigentliche Stadterhebung dürfte aber schon um 1250 erfolgt sein.

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Mindelheim und sein Umland muss eine unmittelbare Herrschaft, ein typisch schwäbischer Kleinstaat, gewesen sein und unterstand direkt Kaiser und König. Von Schwigger VI. erhielt die Stadt 1337 eine neue Markt- und Polizeiordnung.

Als die Herren von Mindelberg Mindelheim an die zwei Augsburger Domherren Heinrich und Walter von Hochschlitz verkauften, wurde Herzog Friedrich von Teck als Vogt eingesetzt. Teck verfolgte in Mindelheim eigene Interessen und setzte sich als Herrscher durch.

Ab 1413 regierte Ulrich von Teck die Herrschaft Mindelheim. Er befestigte die Stadt und entfaltete eiGeorg von Frundsbergne rege Bautätigkeit. Als Ulrich kinderlos verstarb, setzten sich seine Großneffen Georg und Ber II von Rechberg im Erbschaftsstreit durch. Sie mussten wegen Geldmangels Mindelheim 1467 an das Tiroler Rittergeschlecht Frundsberg verkaufen, die in den folgenden 120 Jahren die Geschicke der Stadt bestimmten. Besonders Georg von Frundsberg gelangte unter Kaiser Maximilian I zu Ruhm und Ansehen. Als Knappe, Ritter und kaiserlicher Feldhauptmann war er in die kriegerischen Auseinandersetzungen der europäischen Politik jener Zeit involviert. In Erinnerung an diese wechselvolle Zeit feiert Mindelheim alle drei Jahre das große historische "Frundsbergfest".

1590 ging Mindelheim durch geschickte Heirats- und Erbpolitik in den Besitz des Hauses Fugger über, doch Bayernherzog Maximilian hatte ein Auge auf die Stadt geworfen und besetzte sie 1616. Non da ab war Mindelheim bayerisch und gehörte den Wittelsbachern.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Mindelheim stark heimgesucht. 1636 waren nur noch 110 Einwohner in der Stadt. Erst langsam erholte sich die gesamte Region von dem Krieg. Die Jesuiten bauten seit 1618 in der Stadt und gründeten ein Gymnasium. Für neun Jahre, 1705 bis 1714, war Mindelheim englisch und gehörte dem Earl of Marlborough. Nach dieser kurzen Episode kehrte Mindelheim wieder unter bayerische Landeshoheit zurück. 1773 hob Papst Klemens XIV. den Jesuitenorden auf. Dies traf Mindelheim hart, die Patres verließen das Colleg, der Unterricht am Gymnasium konnte nicht mehr aufrechterhalten werden und die Liegenschaften fielen an die Malteser. Ende des 17. Jahrhunderts war Mindelheim erneut in Kriegswirren verstrickt. Napoleon hatte fast ganz Europa in einen Konfliktherd verwandelt. Franzosen, Österreicher, Deutsche und Russen zogen durch Mindelheim und forderten Tribut.

Abgesehen von den beiden Weltkriegen verlief von nun an die Geschichte in Mindelheim ruhiger. Die verkehrsmäßige Erschließung durch Bahn und Straße ging rasch voran. Mindelheim ist heute Kreisstadt des Landkreises Unterallgäu und seit 1973 als Mittelzentrum eingestuft.

Zusammenstellung: Christian Schedler, M.A.






Mindelburg

Oberes Tor

Westernacher Tor

Unteres Tor mit Jesuitenkirche