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Mit rund 50 Turmuhren von über 30 Herstellern aus der Zeit von 1562 bis 1933 ist die Sammlung in der ehemaligen Silvesterkirche Mindelheims die erste und reichhaltigste in der Bundesrepublik. Das Museum wurde 1979 von dem Mindelheiemr Lehrer Wolfgang Vogt aufgebaut und seither zweimal erweitert.
Der Schwerpunkt liegt auf handgeschmiedeten Uhren - von der kleinen Giebeluhr eines bäuerlichen Anwesens bis zur 1000 kg schweren Turmuhr. Präzisionsuhren aller bedeutenden Firmen des süddeutschen Raumes verdeutlichen das stete Bemühen um eine immer größere Ganggenauigkeit. Die Nachbildung einer astronomischen Uhr (1529) zeigt neben dem Lauf der Sonne, des Mondes und vieler anderer Indikationen auch die Finsternisse an.
Im 48 Meter hohen Kappelturm kann der Besucher eindrucksvoll erleben, wie Turmuhrenwerke einst ihren Dienst als Zeitmesser geleistet haben. Hier schwingt auch die Uhr mit dem zweitlängsten Pendel der Welt im Fünf-Sekunden-Takt.
Gebäude Die ehemalige Silvesterkapelle wurde 1409 durch Anna von Polen, der Frau des Inhabers der Herrschaft Mindelheim, Herzog Ulrich von Teck, gegründet. Im 18. Jahrhundert erfuhr sie eine umfassende Barockisierung; 1763 wurde das markante Turmobergeschoss barockisiert. Infolge der Säkulari-sation endete die geistliche Nutzung 1804.
Museum Mit über 50 Turmuhren von über 30 Herstellern aus der Zeit von 1562 bis 1933 ist die Sammlung in der ehemaligen Silvesterkirche Mindelheims die erste und reichhaltigste in der Bundesrepublik.
Turmuhren Vor etwa 30 Jahren ging die 700jährige Geschichte der mechanischen Turmuhr zu Ende. Grund genug, diese Zeugnisse des Handwerks und der Technik, der Sozial- und Kulturgeschichte für die Nachwelt zu bewahren und in ihrer Funktion zu zeigen.
Unsere Exponate Der Schwerpunkt liegt auf handgeschmiedeten Uhren, von der kleinen Giebeluhr eines Hauses bis hin zur 1000kg schweren Turmuhr. Das Prunkstück ist die barocke Konventuhr aus Füssen, im Jahre 1750 von einem Klosterbruder kunstvoll angefertigt.
Etwa ab Mitte des vorigen Jahrhunderts werden Turmuhren in Fabriken hergestellt. Vertreten sind alle bedeutenden Firmen des süddeutschen Raumes, deren Spitzenprodukte durch Anwendung spezieller Techniken das Bemühen um immer größere Ganggenauigkeit verdeutlichen.
Eine besondere Attraktion ist der Nachbau einer astronomischen Uhr aus dem Jahre 1529. Die vier Zeiger geben unter anderem den Lauf der Sonne und des Mondes, ihre Stellung im Tierkreis, sowie den Sonnenauf- und -untergang an. In Verbindung mit dem Drachenzeiger werden auch Sonnen- und Mondfinsternisse angezeigt. Die verschiedenen Indikationen und Umlaufzeiten der Zeiger werden - im Zeitraffer vorgeführt - besonders deutlich.
Ergänzt wird die Sammlung durch alte Zeigerpaare, Gewichte aller Art Gangmodelle, Kontrollzifferblätter und Kleinuhren.
Turmuhren auf dem Turm In Etappen wird über 155 Stufen der 48 Meter hohe „Kappelturm“ erstiegen, um das Umfeld der Turmuhr ganzheitlich zu erleben. Hier schwingen Pendel bis zu 9 Meter Länge, Glocken schlagen, moderne Antriebsaggregate konkurrieren mit jahrhundertealten.
Ruhe herrscht in diesem Museum allerdings nicht, wenn mehr als die Hälfte der Riesenchronometer ticken, Hebel einfallen, Gesperre einrasten, Windflügel auslaufen oder eine Flötenuhr ihre Lieder spielt.
Wer meint, Turmuhren seien lediglich wenig ansprechende Gebrauchsgeräte, wird angesichts ihrer künstlerischen Gestaltung, ihrer technischen Finesse und handwerklichen Meisterschaft hier eines Besseren belehrt.
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