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Gebäude Das ehemalige Jesuitenkolleg wurde 1627-29 im Anschluss an den Chor der Jesuitenkirche unter Architekt Johannes Holl SJ begonnen. 1630/31 folgte der langgestreckte Westtrakt unter Albert Vaironi aus Rovereto. Vollendet wurde das Geviert um zwei Höfe von 1668-1671 mit dem Ostflügel und dem Quertrakt durch Architekt Michael Thumb.
Im Jahre 1618 gegründet wurde das Jesuitenkolleg bis 1773 von den Jesuiten genutzt. Von 1777 bis 1781 diente es als kurfürstliches Jagdschloss, von 1781 bis 1808 war es Sitz einer Malteserkommend. 1820 wurde das Colleg säkularisiert und an private Besitzer verkauft. Seit 1980 im Besitz des Landkreises Unterallgäu.
Die Stadt Mindelheim eröffnete dort 1986 in 16 Räumen ein Textilmuseum, 1989 im ersten Obergeschoss das Schwäbische Krippenmuseum. Im 2. Obergeschoss des Ostflügels wurde 1994 die neue Filiale der Archäologischen Staatssammlung eingerichtet.
Museum Das 1989 eröffnete Schwäbische Krippenmuseum im ehemaligen Jesuitenkolleg bietet einen Überblick über die Entwicklung der Bilderwelt um Kindheit und Passion Jesu Christi im süddeutschen Raum.
Dabei gilt der Verehrung des Jesuskindes besonderes Interesse. Die Exponate veranschaulichen die Entstehung der verschiedenen Bildthemen vom 15. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert.
Madonnenskulpturen, Tafelgemälde und Grafiken verweisen auf die reiche Bildtradition, aus der die späteren Weihnachtskrippen geschöpft haben. Besonders greifbar wird die Jesuskindverehrung in den zahlreichen Jesuskindfiguren, verbunden mit kostbaren Klosterarbeiten. Schließlich geben opulent inszenierte kirchlich und bürgerliche Krippen vom 18. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert einen Überblick über die reiche Formenpalette schwäbisch-bayerischer Krippenkunst. Das bewegendeThema des Leidens und Sterbens Jesu Christi wird vom Einzug in Jerusalem bis zur Himmelfahrt nachgezeichnet. Das Spektrum reicht von Andachtsbild und Gemälde über fast lebensgroße Skulpturen aus Mindelheims Kirchen und Kapellen, bis hin zu den kleinen Figuren der privaten Andacht.
Zur Geschichte der Krippen Die frühesten Darstellungen zur Kindheit Jesu stammen aus dem 3.Jh. Sie zeigen nur Maria mit dem Kind. Seit dem 4. Jahrhundert begegnet auch der Besuch der drei Magier, die erst im hohen Mittelalter zu den „Drei Königen“ wurden. Ausführlichere Darstellungen der Geburt Christi entstanden in der Buchmalerei des frühen Mittelalters.
Im Schwäbischen Krippenmuseum zeigen spätgotische und frühbarocke Madonnenskulpturen, dass alle weiteren Darstellungen der Kindheit Jesu von dieser Bildtradition ihren Ausgang nahmen.
Zwei virtuos gemalte Tafelgemälde von Gabriel Dreer (um 1620) repräsentieren zusammen mit einigen Graphiken die reiche Bildtradition, aus der die späteren Weihnachtskrippen geschöpft haben.
Am Beginn des 14. Jahrhundert begegnet erstmals die Verehrung des Jesuskindes, die sich in den folgenden Jahrhunderten zu reichster Blüte in ganz verschiedenen bildlichen Medien entwickelt hat. Den weiten Themenbereich der Jesuskindverehrung veranschaulichen zahlreiche Exponate: Stehende Jesulein, sog. "Trösterlein", Fatschenkinder und Jesuskindfiguren mit zum Teil kostbaren Klosterarbeiten, ferner die Verbindung von Krippe und Kreuz in der sogenannten Leidensvorausschau.
Andachtsbildchen vom 15. bis ins 20. Jahrhundert dokumentieren die Jesuskindverehrung im Bereich dieser kleinen Kunstwerke.
Weihnachtskrippen Erste szenische Darstellungen der Geburt Jesu mit frei stehenden Figuren haben sich in Rom aus der Zeit um 1280 erhalten. Ein richtiges Krippenbrauchtum entwickelte sich allerdings erst einige Jahrhunderte später unter dem maßgeblichen Einfluss der Jesuiten (1540 vom hl. Ignatius von Loyola gegründet).
Angeregt durch eine reich entfaltete Bildtradition entstanden an den Wirkstätten der Jesuiten phantasievolle Krippen im heutigen Sinne mit frei beweglichen, vollplastischen Figuren von oft beachtlicher Größe. Davon ausgehend fanden Krippen den Weg in den privaten Bereich des Adels und erst im 18. Jahrhundert auch des Bürgertums.
Auch die Mindelheimer Krippentradition wurde von den Jesuiten begründet, die 1618, im Jahr ihrer Ankunft, eine erste Kirchenkrippe aufstellen ließen. Die rund 80 erhaltenen Figuren dieser immer wieder erneuerten Krippe werden alljährlich von Ende November bis zum 2. Februar in der benachbarten Jesuitenkirche aufgestellt.
Im Schwäbischen Krippenmuseum geben kirchliche und bürgerliche Krippen aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit zum Teil figurenreichen Szenen in phantasievollen Miniaturlandschaften, Kastenkrippen mit "Bachenen" (Figürchen aus Ton) und Papierfiguren, sowie die zarten Miniaturfiguren von Anton Schuster (1777-1835) und seinem Kreis einen Überblick über die breite Formenpalette schwäbisch-bayerischer Krippenkunst.
Passionskrippen Das bewegende Thema des Leidens und Sterbens Jesu Christi wird vom Einzug in Jerusalem bis zur Himmelfahrt in Figuren nachgezeichnet. Das Spektrum reicht von Andachtsbild und Gemälde über fast lebensgroße Skulpturen aus Mindelheims Kirchen und Kapellen, von Hinterglasbildern und Gemälde bis hin zu den kleinen Figuren der privaten Andacht.
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