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Samstag
31.07.2010
 
 




Georg von Frundsberg - der Landsknechtsvater | Drucken |


Nicht mehr die aristokratischen Ritter in ihren Rüstungen, sondern vielmehr die spießbewehrten Landsknechtshaufen bestimmten vor fünfhundert Jahren das Schlachtgeschehen. Einer der "Väter" der neuen Infanterie war Georg von Frundsberg (auch Fronsberg oder Freundsberg), geboren am 24. September 1473 auf der Mindelburg in Mindelheim. Sein Name ist eng verbunden mit den langwierigen Kämpfen der Habsburger um die Vorherrschaft in Oberitalien.

1492 machte der junge Offizier des Schwäbischen Bundes im Krieg gegen Albrecht IV. von Bayern seinen ersten Feldzug mit, bewährte sich auch 1499 im Schweizer Krieg und wurde nach Auszeichnungen in der Schlacht bei Regensburg (1504) von Kaiser Maximilian I. noch auf dem Gefechtsfeld zum Ritter geschlagen.

Er hatte vom Schweizer Fußvolk die Taktik der "Gewalthaufen" gelernt und führte diese so genannten Infanteriegevierte für Karl V. erfolgreich in den Schlachten gegen den französischen König Franz. I. Von den militärischen Fähigkeiten Frundsbergs tief beeindruckt, ließ ihn Kaiser Maximilian I. im Kampf gegen die Republik Venedig, zum ersten Mal selbständig ein Regiment Landsknechte anwerben und in den Krieg führen. Zum Dank erhielt er nach erfolgreicher Beendigung des Feldzuges vom Kaiser die Burg Runkelstein bei Bozen übertragen. Aber schon 1513 musste er erneut seine Landsknechte nach Oberitalien führen.

Die Siege der Schweizer über die Kaiserlichen ließen ihn erkennen, dass die Zeit der gepanzerten Reiter zu Ende war und der Schwerpunkt des Kampfes auf die Infanterie überging. Maximilian I. ernannte ihn zum Feldhauptmann von Tirol, wo er nach schweizerischem Vorbild ein schlagkräftiges Fußvolk aus Pikenieren schuf. Das brachte ihm den Beinamen "Vater der Landsknechte" ein. Frundsberg perfektionierte die Taktik des so genannten Geviert- oder Gewalthaufens, bei dem es sich um eine äußerst tief gestaffelte Formation aus Pikenträgern handelte. Frundsberg gilt also als Schöpfer der deutschen Infantrie.

Nach dem Tod Kaiser Maximilian I. im Jahr 1519, diente er auch seinem Enkel, dem jungen Karl V. Im Krieg gegen Franz I. (1521) stand er in den Niederlanden einem übermächtigen französischen Heer gegenüber. Da er seine Leute nicht sinnlos verlieren wollte, zog er vor der Übermacht ab und brachte sein Heer sicher auf heimatlichen Boden. Diesen Rückzug hielt Frundsberg immer für sein höchstes Glück und die ehrlichste Kriegstat.

Mindelburg um 15001522 verhinderte er bei Bicocca eine kaiserliche Niederlage und 1525 trieb ihn die Not der in Pavia eingeschlossenen Deutschen und seines ältesten Sohnes wieder nach Italien. Dort erlebte er mit dem Sieg über den französischen König den Höhepunkt seiner militärischen Laufbahn. 1526 meuterten seine Landsknechte, da er ihren Sold nicht auszahlen konnte. Bei dem Versuch seine Landsknechte zu besänftigen und erschöpft durch die ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen erlitt er einen Schlaganfall und kehrte seelisch und körperlich gebrochen auf die heimatliche Mindelburg zurück, wo er als populärer Truppenführer am 20. August 1528 starb.

In der Ruhm- und Ehrenhalle „Walhalla“ bei Regensburg steht heute seine Büste. Bekannt ist auch der zitierte Frundsberg-Spruch „Viel Feind – Viel Ehr“. Auf dem Reichstag zu Worms 1521 soll er zum Reformator Martin Luther den Ausspruch „Mönchlein, Mönchlein, du gehst einen schweren Gang“ getan haben. Der neuen theologischen Lehre schloss er sich später an, als er hinter den Kulissen erfuhr, wie sich die päpstliche Politik gegen seinen Kaiser richtete.

Zusammenstellung: Hans-Peter Schneider