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Mindelburg | Drucken |

Das genaue Entstehungsdatum der Mindelburg ist nicht bekannt. Wahrscheinlich wurde sie zum Schutz der Salzstraße von München zum Bodensee um 1160 errichtet. Bauherr war vermutlich der bayerisch-sächsische Herzog Heinrich der Löwe (Herzog von Bayern 1156-1180).  Nach 1180 ging der Besitz an die Herren von Mindelberg über, deren Hauptsitz zunächst jedoch die ältere Burg Mindelberg bei Egelhofen blieb.

Den Mindelbergern wird die Gründung von Stadt und Markt Mindelheim zugeschrieben. Diese welfischen, dann staufischen  Ministerialen waren Stadtherrn von frühestens 1160 bis 1363. Am 22. 6. 1363 verkaufen die letzten Mindelberger, die zu sog. Raubrittern geworden waren, die beiden Burgen und die Herrschaft Mindelheim an die Augsburger Domherren Heinrich und Walter von Hochschlitz. Diese veräußerten den Besitz schon im April 1365 an den Augsburger Bischof Markwart von Randeck.

Bis zur erfolgten Zahlung wurde die Herrschaft Herzog Friedrich von Teck treuhänderisch übergeben. Nachdem Bischof Markwart noch im gleichen Jahr Patriarch von Aquileja geworden war, verweigerte Herzog Friedrich von Teck die Herausgabe der Herrschaft dem neuen Bischof Walter von Hochschlitz. Friedrich von Teck (gest. 1389) verteidigte die Herrschaft erfolgreich gegen Bischof und Domkapitel von Augsburg.

mindelburg6.jpgDie um 1370 ausgebaute Mindelburg wurde nun Herrschaftssitz. Seit Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Mindelburg auch Schloss auf dem St. Georgenberg genannt. Nach Herzog Ulrich von Teck (gest. 1432) und dessen Bruder Ludwig, Patriarch von Aquileja (gest. 1439), kamen Burg und Herrschaft auf dem Erbweg an die Herren von Rechberg. Bero II. von Rechberg verkaufte sie am 24.7.1467 an die Brüder Ulrich und Hans von Frundsberg.

Die 119 Jahre währende Herrschaft der Herren von Frundsberg (1467-1586) war zugleich die Blütezeit der Mindelburg. In diese Zeit fällt der Ausbau der Burg zur modernen Festung mit Rondellen und Rundtürmen. Unter Georg II. wurde der Westflügel zwischen Palas und Turm errichtet.

Nach dem Tod des kinderlosen Georg II. von Frundsberg 1586 entstand ein langwieriger Erbfolgestreit zwischen dessen Vetter Wolf Veit von Maxlrain und Christoph Fugger. Durch Vertrag vom 18.7.1614 erwarb Herzog Maximilian I. von Bayern die maxlrainischen Ansprüche und besetzte 1616 Mindelheim; die Fugger mussten sich mit einer Entschädigung zufrieden geben.

Damit  verlor die Mindelburg endgültig ihre Funktion als Herrschaftssitz. 1632 besetzten die Schweden die Burg. 1646 wurde sie von ihnen niedergebrannt. Seit dem Wiederaufbau um 1670 diente die Mindelburg nur noch als herrschaftlicher Kornspeicher. Im frühen 18. Jh. erwarb die Familie von Zündt die landwirtschaftlichen Gebäude der Vorburg, die sie bis 1832 besaß.

Das Areal der ziemlich baufälligen Hauptburg verkaufte der bayerische Staat 1878 an den Münchner Architekten Ludwig Schramm, einen gebürtigen Mindelheimer, der sie als Wohnschloss im Geschmack der Zeit wiederherstellte. Nach seinem Tod (1903) folgte ein mehrfacher, rascher Besitzerwechsel: auf Ludwig Schramm sen. (gest. 1905) folgte Dr. Ludwig Schramm jun., prakt. Arzt, Herr von Brauchitsch, aus Schlesien, dann Dr. Konstein, aus Berlin, Dr. Schwarzwälder, ein pfälzischer Weingutsbesitzer, von 1924-1926 Dr. Jansen, Berliner Spezialist für Ohrenheilkunde und schließlich von 1926-1927 Dr. Felix Bergmann, ein Jurist aus Berlin. Am 5.11.1927 kaufte die Stadt Mindelheim die Hauptburg mit dem sog. Benefiziatenhaus. Die Kapelle untersteht als eigene Stiftung der kath. Pfarrgemeinde St. Stephan.

Die Burg, zunächst dem städtischen Museum zur Verfügung gestellt, diente ab 1935 als Bauernschule des Reichsnährstandes, ab 1943 als Gebietsführerschule der Hitlerjugend, 1945-50 als Versehrtenkrankenhaus. Seit 1950 ist sie an den Verlag W. Sachon vermietet,

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Mindelburg Innenhof

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Kanone auf der Mindelburg