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Samstag
04.02.2012
 
 


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Historische Altstadt | Drucken |

Wer aufmerksam die mittelalterliche Stadt durch seine Tore betritt, bemerkt besonders von Osten her den deutlichen Unterschied vom ehemaligen Draußen zum Drinnen: Wie hier die Bürgerhäuser Mauer an Mauer die Maximilianstraße säumen und dicht aneinander in den engen Seitengässchen stehen, um möglichst viel Platz innerhalb der sicheren Mauer zu ergattern.

An der äußersten Nord-Ostecke der alten Stadtumfriedung erhebt sich die imposante Pfarrkirche St. Stephan mit ihrem hochragenden Turm. Mit mehreren Umbauten seit 1862 versuchten die Mindelheimer ihre Pfarrkirche immer wieder den wechselnden Geschmacksrichtungen der jeweiligen Gegenwart anzupassen. Auf dem ehemaligen Kirchhof bietet sich ein pittoreskes Ensemble mit der Gruftkapelle und dem Verbindungsgang vom Hl.-Kreuz-Kloster zur Kirche dar. Westlich davon befindet sich das Hl.-Kreuz-Kloster, das seit seiner Gründung im Jahre 1456 ununterbrochen besteht. Seit 1945 wurde in Teilen des Süd- und Westflügels das Heimatmuseum eingerichtet.

Als malerisches Tor gilt das Einlasstor im nördlichen Altstadtbereich, das Spätheimkehrern auch nach Torschluss noch gegen einen Obolus Einlass gewährte.

Im Zentrum der Altstadt beherrscht das Rathaus mit seiner phantasievollen Fassade aus dem Jahr 1897 den Marienplatz. Architekt des rotgrauen Gebäudes mit den vielen Stuckelementen war der Münchener Hofbaurat Eugen Drollinger. Seit 1903 steht an der Süd-Westecke des Rathauses das lebensgroße Bronzestandbild Georgs von Frundsbergs, "Vater der Landsknechte". Zu dessen Ehren feiert die Stadt alle drei Jahre das weithin bekannte Frundsbergfest (nächster Termin: 29. Juni bis 8. Juli 2012). Etwa gegenüber beherrscht das klassizistische Gebäude des Heilig-Geist-Spitals den Straßenzug der Maximilianstraße.

Beim Spaziergang von der oberen in die untere Stadt, vorbei an liebevoll restaurierten Fassaden, kommen wir zur Jesuitenkirche mit dem ältesten Tor Mindelheims, dem Unteren Tor. Die angrenzende Jesuitenkirche hat ihren festlichen barocken Innenraum bewahrt. Seit der letzten Renovierung zeigt sie sich wieder in einer üppigen rosa-gelb-weiß und goldenen Farbgebung. Drei mächtige Altäre ziehen die Blicke nach vorne in den langgestreckten Chor.

Dort wird in der Weihnachtszeit die weithin bekannte Jesuitenkrippe aus dem 17./18. Jh. mit rund 80 etwa einen Meter hohen Figuren präsentiert.

Südlich stehen die beiden Befestigungsbauten des Oberen Tores und des Malefizturms. Das Obere Tor erhielt seine heutige Gestalt um 1500. Noch bis 1870 schloss es die Stadt nach Osten hin mit einer Bastion auf halbkreisförmigem Grundriss und dem ehemals wassergefüllten Stadtgraben ab. Wegen seiner Fasnachtsverkleidung ("Durahansl") ist es auch das berühmteste Stadttor Mindelheims. Wenige Schritte entfernt liegt der Malefiz- oder Gefängnisturm, dessen älteste Teile wohl noch aus dem 14. Jh. stammen dürften. In ihm wurden die "Maleficanten", also die Straftäter, hinter Schloss und Riegel gebracht.

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Mindelburg

Oberes Tor

Westernacher Tor

Unteres Tor mit Jesuitenkirche